Montag, 18. Januar 2010
"Beziehungsarbeit", genau

nicht die aus purem und willkürlichen Machtstreben, dem Bedürfnis permanenter Rückversicherung über bestehende Einflussmöglichkeiten geborene Formulierung von 'Verhaltensregeln', 'Bedingungen' und 'Vorgaben' für die Aufnahme und/oder Aufrechterhaltung einer Beziehung sind gemeint, sondern die Besprechung und Vereinbarung von Verhaltensweise oder von Verzicht auf bisherige Lebensweise, die - vor dem Hintergrund a)kulturell etablierter und jedem zugänglicher Ansichten und womöglich b)dem individuellen Erfahrungsschatz - als psychisch belastend und beziehungsfeindlich identifiziert und erlebt worden sind. Mit allen Konsequenzen.
Sofern die erstrebte Beziehung in ihrer Gesamtheit als Bereicherung im Sinne von "beglückend" angesehen wird, sollten die Veränderungen nicht als 'Verlust', sondern als notwendiger Kompromiss zwischen infantilen Ansprüchen auf das durch keinerlei Verzicht getrübte Paradies und der realen Notwendigkeit der Anerkennung von Normalität und sogar als Ausdruck von Selbst-Respekt erlebt werden.
Sofern die Beziehung nicht als Glück erlebt wird, die geforderten Kompromisse als unerfüllbar angesehen werden - durchaus auch aus individueller Sicht -, besteht ohnehin keine Notwendigkeit weiterer Absprachen; man/frau trenne sich.
Sinnentleerte "Ja, aber"-Diskussionen und Gejammer über sich abzeichnende Schwierigkeiten im "sozialen Netzwerk" sind Zeitvernichtungsmanöver und Kontaktvermeidung.
Ich habe dazu keine Zeit und keine Lust.

UNTERTITEL
si tacuisses,
philosophus mansisses


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