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Montag, 9. November 2009
weit hinaus in unsichere Geschichten
"Ich weiß", hat sie gelächelt, "ich weiß, dass Sie persönlich wissen, wovon sie reden. Ich danke Ihnen sehr für Ihre guten Wünsche - und ich wünsche Ihnen auch, dass alles weiterhin so gut bleibt bei Ihnen".
Vielleicht halb so alt wie ich, eine sehr schöne junge Frau, mit großen Augen und feinem Lächeln und einer chronisch myeloischen Leukämie. Später kippen mir innerhalb von vier Stunden zwei Männer in die Arme, noch in der Impfstraße, atmen schwer und sagen, dass ihnen die Kehle zuschwillt und werden blass und sacken weg und ich kann diese Art von Notfallmedizin praktizieren, bei der ich eigentlich keine 50 Zuschauer brauche, Schocklagerung, venösen Zugang legen und Infusion und Sauerstoff und die Spritzen mit Suprarenin und Corticoiden griffbereit und die ganz alte Schule, Händchen halten und sonore Stimme und "Ja, ich bleibe bei Ihnen", denn ob es in wenigen Sekunden ein anaphylaktischer Schock durch den Stoff wird oder nur eine vegetative Reaktion auf den Pieks in den Oberarm ist, möchte ich nicht im Nachhinein vor einem Richter diskutieren müssen, und das ist nicht die Angst des Tormanns beim Elfmeter, das ist auch ein gutes Gefühl, das nicht verlernt zu haben. Als dann ein Schnösel mit mir klären will, warum er nicht durch den Ausgang eintreten darf, möchte ich einen kleinen Baseball-Schläger da versteckt haben, wo meine lauwarme Cola steht und ich lächle und denke, dass ich lange nicht mehr so zufrieden war mit mir in meinem Beruf. Im nächsten Leben werde ich ... alles wieder genau so machen. Etwas, das Dich aus dem Nichts entführt Juliet, wie ich mich fühle? Easy Rider, bereit, morgen wieder 200 Leute zu bedienen, vorher eine Sitzung, dazwischen wahrscheinlich McDonalds, Rhythmusstörungen und Angst, dass ich einen Fehler mache und in der Zeitung stehe, unter welcher Rubrik auch immer. Diese Arbeit jetzt macht mich genau so an, wie vor 25 Jahren die Kliniknachtdienste mit Besoffenen und Schwerkranken; mein Personal Trainer hat nicht gelacht, mein Personal Trainer hat das Wort ‘Rache‘ mit der gleichen Geduld ausgesprochen, wie alle anderen Worte auch (und Gott weiß, dass ich weiß, was er meint), ich habe wieder Omelettes versucht (ja, ich taste mich 'ran), mein Herz tut so weh auf eben diese bestimmte Art, eine Psychologin hat mir Küsse geschickt, ich könnte vor Freude heulen, vielleicht ist das aber auch nur ein Burn-Out-Syndrom. Juliet, the dice was loaded from the start
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