Donnerstag, 9. Februar 2012
Q20

Rainald Grebe, Quatsch Comedy Club: "Kommt Ihr Baby auch immer mit Speiseresten aus der Spülmaschine?"

Dieter Nuhr, dortselbst: "Heute weiß man: die Orgasmusfähigkeit der Frau nimmt erheblich zu, wenn man aufhört beim Geschlechtsverkehr bolivianische Arbeiterlieder zu singen"

Johann König, auch da: "Sekundenschlaf habe ich manchmal stundenlang"

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Dienstag, 7. Februar 2012
use it or loose it

Wer rastet, der rostet - Universität Rostock zum Thema Sex und Alter und wie die Zärtlichkeit grenzenlos wird.
Hohe Erwartungen auch bei der Frage, was in Sachen Liebesleben im Alter möglich sei. „20-Jährige denken, mit 50 Jahren sei Schluss, 40-Jährige siedeln die Grenze bei 70 Jahren an, 50-Jährige bei 80“.
Und der Kopf funktioniert danach auch besser.
Also: 'raus aus dem Rollator und ab unter die Dusche (Kukident-Haftcreme am besten doppelt dick auftragen), bevor die Enkel aus der Uni nach Hause kommen.
Lesen Sie doch selbst.

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Montag, 6. Februar 2012
and the times they are a-changin

heute spielen wir nicht mehr Luftgitarre - heute spielen wir Gitarre.

Also dann: Deine Stimme, Dein Lachen, Deine Dramen und Deine Forderungen - und wir lachen gemeinsam, es ist lange her, aber diese Art zu atmen kenne ich genau.
Und wir wissen beide, dass es nicht das ist, was wir jetzt brauchen - und genau deshalb können wir es uns nehmen.
Geben können wir ja im nächsten Leben.

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4. Februar, 61 = Kinderkram + 24


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Freitag, 3. Februar 2012
beautiful noise

das Tolle an dieser Rundum-Totalvernetzung via sozialer Plattform und umfassender Medienpräsenz und mittels iPhone, iPad, MacBook, in Farbe, live und mit Ton, ist: man hat das beruhigende Gefühl, mit dem Arsch in Ägypten beim Fussball zu sein, während man vorne oben bei einer US-Vorwahl steht, mit den Armen im DAX paddelt und mit den Beinen unterwegs ist zum Schuhewerfen vor dem Bundespräsidialamt, zeitgleich und in einer Endlosschleife, in der sich alle Begriffe abnutzen und durch frisches Pathos ersetzt werden müssen, in der die schrillen Stimmen der Presseleute überkippen und sich mit der chronischen Verlogenheit aller Funktionäre, Politiker, Lobbyisten vermischen zu einem Brei, der 'runtergeschluckt und ausgeschieden werden kann, ohne Kauen, ohne Assimilation, ohne Verdauungsbeschwerden.
Schaltet man sich selbst für Stunden offline, wird die andere Welt bemerkbar, in der es einfach immer stiller geworden ist, dunkler und menschenleerer.

Now that the time has come
Soon gone is the day
There upon some distant shore
You'll hear me say

(Penelope's Song, Loreena McKennitt)

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dieser Weg wird steinig und schwer

also zuerst geholfen, mittels Super-Heizlüfter von der Baustelle den Dachboden bzw. die dort gezogenen Rohrgeflechte vom Eise zu befreien, plötzlich dann endlich wieder warmes Wasser und damit die Option, wie gewohnt zweimal täglich zu duschen, geputzt, eingekauft, Wäsche und Abendessen gemacht und ganz nebenbei das Lion-Update per Softwareupdate installiert - und das war ein Fehler. Denn das Update ist ein Fehler bzw. hat Fehler, so heftig, dass mein MacBook Pro anschließend ein Aluklotz ohne Restfunktion war.
Tja, Steve, wir vermissen Dich.
Also BackUp aus TimeMachine auf den Zustand vom Vortag, danach die üblichen Reparatur-Programme genutzt, danach den Combo-Updater geladen und im SafeMode installiert.
Und nun geht es.
Was lernen wir daraus? Richtig: nichts.

Heute werden Restbestände der noch in der Nähe zu habenden speziellen Rohr-Heizmatten auf dem eingefrorenen Speicher verbaut, danach hilft vielleicht beten.
Ich bekomme Besuch, und bekanntlich vergrößert warmes Duschen die Chance auf körperlichen Kontakt erheblich.
Bear with me.

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Donnerstag, 2. Februar 2012
Permafrost

gestern bei der appetitlichen Nachbarin im Schlafzimmer die Thermostate der Heizkörper gängig gemacht, damit sie in ihrem feuchtkalten Bettchen nicht so bibbern muss, heute früh Temperatur -9 Grad, Windchill -17 Grad; in solchen Nächten wäre eine Frau mit Hyperthyreose-bedingt erhöhter Körpertemperatur eine feine Sache; eine Wärmflasche und zwei Decken und hochgedrehte Heizungen haben wenig bewirkt, die eingefrorene Dusche ist auch ein Ärgernis; Morgentoilette am Spülbecken, das Zahnputzwasser ist so kalt, dass der Schmelz kracht, die Haarwäsche unter dem Schwenkarm des Heißwasserbereiters gibt der HWS den Rest; ich hoffe, die Klospülung friert nicht ein ... das ganze ist wie damals bei den Landsern, bei Licki-Lucki unter'm Panzer, bis zu den Knien im Blut, der Leutnant hat geheult, ich mit über den Kopf erhobenen Händen noch Zigaretten gedreht ...

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Mittwoch, 1. Februar 2012
Schwund

fast regelmäßig Abbruch jeglicher Kommunikation über das GSM-Netz in Zügen zwischen hier und Bremen; ab Hagen Funkstille, die nach sechs Versuchen durch brausendes weißes Rauschen mit Satzfragmenten unterbrochen wird. Bei der üblichen Fahrtzeit mit Verspätungen von 1-2 Stunden ("der Wind kommt heute von vorne") ist man da schneller auf Entzug, als einem lieb ist. Ab Bremen eher normale Verbindungen, dafür reden die Leute aber derart schleppend (Niedersachsen), dass man glaubt, die Schlupfregelung des iPhone sei derangiert.

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Diogenes

gemessene -10 Grad, Windchill bei -20 Grad; trotz später Erinnerung an die Notwendigkeit, das Wasser tropfenweise über Nacht in Bewegung zu halten, sind alle Badezimmerzapfstellen zu, tot und still am Morgen, in der Luft knackt es; angezogen wie ein Extremsportler geht man vor die Tür, um fröhliche "Hallöchen" den Nachbarn ohne Garage zuzuwerfen, die bereits schwitzend über ihren Kleinwagen liegen und keuchend an mitteldicken Eisschichten schaben; im Vorübergehen nehme ich zur Kenntnis, dass tatsächlich eine ziemlich große Mülltonne gestohlen worden ist; ob das die randalierenden Halbstarken aus der Umgebung waren oder ob Diogenes, mein Bruder im Geiste des Kynismus, wieder in die Tonne gekrochen ist, bleibt ungeklärt; oder, um mit Piet Klocke zu sprechen: "Da weiß man gleich, wo der Hase seinen Avatar verbuddelt hat".
Ab in den lauwarmen Audi und ab dafür.

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Freitag, 27. Januar 2012
schlaflos im Wohnzimmer

was man da gestern wieder bei der Frau Illner und dem Herrn Lanz talken gesehen hat, das ist medikamentös kaum noch abzufangen.
Ich fand die junge Piratin ganz schön und natürlich den nimmersatten Oskar Lafontaine, der wieder ganz frisch vorne mitparliert, seit er diese junge Kommunistin mit dem ewig ernsten Gesicht und den tollen schwarzen Haaren lieben darf.
Ich persönlich pflege ja in der Auswahl meiner parlamentarischen Repräsentanten ganz und gar den Tyler-Brûlé-Stil: auf die Hülle kommt es an!
Übrigens ein wahnsinnig gut aussehender Mann, dieser Tyler Brûlé; was man von den gezeigten Lobbyisten z. B. wirklich nicht behaupten darf (wer hat die eigentlich heim ins Reich geholt? Na!)
So, wie auch immer, zur Sache:
ich überlege, in die Piraten-Partei einzusteigen. Noch vor Karneval.
Sozusagen als Quoten-Opa, als Senior Consultant, natürlich mit der späteren Option auf Gesundheitsminister.
Ich bin medizynisch leidlich qualifiziert, habe ein MacBook Pro, weiß, wie ich ein WLAN manipulieren kann und habe e-mail und Twitter. Da könnte ich doch unseren Anhängern und den Parteigenossen, die, wie ich, alle den ganzen Tag im Internet 'rumhängen, einfach nach und nach die Beiträge meines Weblogs einspielen, als Zweitverwertung und womöglich als politisches Statement, das parteiübergreifend wirksam wird.
Außerdem wollte ich schon immer mal in meiner Wanderhose im Bundestag 'rumlaufen.
Bei einem Spendenlimit von € 10.000.- gibt es da zwar nicht viel zu wulffen, aber ich glaube, ich würde gut in eine Gruppe passen, die Menschen mit ADHS und Burn-Out-Syndrom eine Chance gibt.

Zwischendurch habe ich mir "Hangover, Teil 2" gegeben und möchte warnen: wie immer wird eine gute Idee und ein lustiger Film nicht dadurch besser, dass man ihn einfach nochmal dreht und die gleiche Geschichte nur örtlich verlegt erzählt.
So, wie man selbst doch eigentlich immer wieder die gleichen Geschichten wiederholt - jedenfalls, bis man sie verstanden hat - und dabei auch nur die Statisten austauscht.

Nichts wird wirklich besser, aber man lacht doch.

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Donnerstag, 26. Januar 2012
aus meiner e-mail

"...man muss den Glücksbedarf entkernen...".
DAS ist ein Satz, zu dem ich Nicken kann.
Danke schön, schöne Frau; ich denke an Dich und freue mich, wenn das, das besser ist, als nichts, unerwartet ein schöner Hauptgewinn wird.
Und Du weißt ja: auch Männer sind nachwachsender Rohstoff...
Hope to meet you in spring or summer, "I can still recall our last summer, I still see it all, walks along the Spree, laughing in the rain, our last summer, memories that remain..." (ABBA-Lyrics, abgewandelt).

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Philosophie

die Grundfragen der Menschheit sind und bleiben:
Woher kommen wir?
Wohin gehen wir?
Und was gibt es heute zum Mittagessen?

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Mittwoch, 25. Januar 2012
Abnehmen

wir (pluralis majestatis) haben nicht nur Maischberger zum Thema gesehen, wir haben neuere Studien für Medizinmänner gelesen, wir haben mit vielen Menschen gesprochen, die für jedes verlorene Kilogramm Körpergewicht sehr viel Geld bezahlen, sich Bauchfett absaugen, Magenbänder einlegen oder ähnliche Torturen antun lassen.
Und die aktuelle Wahrheit ist wohl immer noch bzw. inzwischen wieder:

1. der BMI ist ein sehr umstrittenes Konstrukt, was das "Normalgewicht" und die Gesundheit angeht.
Interessanterweise haben Menschen mit moderatem Übergewicht sogar die längste Lebenserwartung.
Es ist also die Frage erlaubt, ob (bzw. ab welchem Gewicht) Abnehmen überhaupt sinnvoll ist.
Da wird in Zukunft sicher noch über das Thema "individueller Set-Point" zu reden sein.

2. keine einzige Diät ist "von selbst" dauerhaft wirksam.
Nach anfänglicher Euphorie und verbunden mit dem Gruppenerlebnis des "Bekehrten" geht manches; sobald man auf sich allein gestellt die teilweise rigiden Vorgaben umsetzen soll, kommt das Körperfett doppelt und dreifach zurück (Rebound).
Viele Diäten sind als gesundheitlich bedenklich eingestuft.

3. Menschen mit extremem Übergewicht haben nicht selten schon sehr früh im Leben psychische Traumata erlitten, die zeitgleich mit den Bemühungen um ihren Körper begleitend therapiert werden sollten.
Warum denn beim Essen weinen?

4. es gelten im Grunde zwei Regeln: FdH und FdR.
Friss' die Hälfte und Friss' das Richtige.
Nur durch schlichte Kalorieneinsparung bei der Zufuhr (weniger ist mehr) bzw. deutlicher Steigerung des Kalorienverbrauches (ora et labora) greift der Körper auf Fettreserven zurück bzw. legt keine neuen mehr an.
Und hinsichtlich "das Richtige" kann man die Empfehlungen der Ernährungswissenschaften verinnerlichen. Da geht es immer um Ausgewogenheit und Salat und Obst, wenn sich auch ab und zu die Meinungen hinsichtlich der Portionen verschieben.

5. wer auch sonst im Zeitgeist schwebt und sich gerne coachen läßt, kann sich einen vernünftigen Überblick über das Was, Wann, Wieviel bei Food-Coaches verschaffen.
Und (Untertitel) "Free your mind - and your fat ass will follow" lesen.

6. Ausstrahlung und Erotik:
wenn ich mich entscheiden müsste zwischen
a) einem anorektischen Model und
b) einer Frau mit extremem Übergewicht
würde ich
c) nehmen.

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Dienstag, 24. Januar 2012
@D.

Ach, D., ich habe es selbst gemerkt, wie hart und böse ich schreibe, manchmal, wenn es hart und böse ist; keine Texte für Dich, keine Texte für die geliebten Frauen - lass' sie hier, bei mir, woher sie kommen und wohin sie gehören.
Ich bin ab und zu auf einem untergehenden Schiff, ein Kreuzfahrer, dessen Rettungsring an einer sehr langen Leine hängt, ich friere in meinem Winterpelz und lecke die Wunden, Salz auf der Zunge, Salz auf den Wegen.
Draussen sehen die Menschen aus wie Ertrunkene, blass und verschwommen, als hätten sie alle den endlosen Regen aufgesogen, der auch mir in die Knochen gekrochen ist.
Manchmal ist da ein Schrei - und manchmal ist das eben meiner.
Du bist nicht gemeint, niemand ist gemeint, der hier ist, den wir sehen könnten.
old stories are haunting me

Ja, ich freue mich auf das Frühjahr.
Darauf, dass ich durch den sich verziehenden Regen wieder die Auferstehung der schönen Frauen sehen kann. Manchmal höre ich jetzt schon kurz das Klacken der hohen Absätze durch die Parkhäuser hallen, und sofort erscheint mir wieder die Vision der jungen Venus, die sich tänzelnd vor dem schräg einfallenden, fahlen Licht des Ausgangs bewegt; ich meine, sie trägt jetzt Kaschmir und hat die Haare hoch gesteckt.
Eines Tages wird sie stehen bleiben, sich lächelnd zu mir umdrehen; sie wird mich in eine Ecke führen, mit langen Fingern mein Haar kräuseln und mir einen Kuss geben, bevor sie mich und sich in den Tag entlässt.
Eine kleine Wolke ihres Winterduftes wird bleiben.

Weißt Du noch, wie wir zusammen Eis gegessen haben?
Dass Du sogar an Getränke gedacht hast, die ich mag?
Wie wir die Gegend erkundet haben um uns herum, über High Heels und die Liebe und die Kinder gesprochen haben?
Und wie ich Dich sanft umarmt habe, als ich gehen musste?
Fühl' Dich umarmt, jetzt.
...und wäre jetzt gern bei Dir. Sehr gern würde ich etwas für Dich tun, Dir eine Zeitung mit guten Nachrichten kaufen, Frühstücksbutter aus Deinem Mundwinkel küssen... (Meckel, "Licht")

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neues Ärgernis

die eiskalte Klobrille in der Personaltoilette, über der das zur Entlüftung geöffnete Fenster seit 8 Stunden die zunehmende Kälte einlässt; schön, dass Methan und Schwefelwasserstoff entweichen konnten, nicht schön, sich mit den nackten Beinen auf das gefrostete Plastikteil zu setzen. Sphincterspasmus droht.

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one for all

im Konflikt zwischen ästhetisch zierlicher Darstellung einerseits und klarer Lesbarkeit auch bei zunehmender Diagonale und höherer Auflösung der Monitore, sowie auf dem iPad und dem iPhone im Hoch- und im Querformat andererseits, bleibt manche gute Design-Idee eines Layouts hängen, vor allem, wenn man sich selbst mit Brille vor das jeweilige Display setzt.
Letztlich geht es um den Transport einer in Textform vorliegenden Aussage; und Text in z. B. hellgrauer Farbe und in z. B. 9px-Schriftgrösse ist nicht nur für Presbyope eine Zumutung, weil die doch eigentlich dem Inhalt die volle Aufmerksamkeit widmen und nicht ihre Interessensenergie auf der Suche danach vergeuden sollten.
Die immer noch bei einigen, Gott sei Dank zunehmend verschwindenden, Browsern erkennbare "proprietäre" Interpretation der sorgfältig formulierten HTML-Vorgaben macht das Leben nicht leichter.
Wie auch immer: ich suche hier gerade mal wieder nach einem ästhetischen Layout, das der Grundregel "form follows function" genügt.
So, wie es jetzt ist, dürfte es auf den mobilen Endgeräten (beim iPhone sogar mit der automatischen Vergrößerung des Haupttextes auf lesbare Schriftgrößen) und auf Monitoren >19-20 Zoll zu handhaben sein, ohne auszusehen, wie ein Kinderbuch.

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Freitag, 20. Januar 2012
Rollenspiele

ich kann einfach den Mund nicht halten: von geschätzten Mitgliedern der Weblogszene über SPON-Schreiber, in den Postillen beim Frisör, in persönlichen Diskussionen - überall fallen wieder die "neuen Männer" ins Frühjahrsloch.
Gerade ist also wieder der direktiv auftretende Typus gefragt, der im Zweifel sagt, wo es langgeht. Da habe ich ja beste Chancen.
Ich sage doch seit 35 Jahren, dass eine wirklich emanzipierte Frau nie über Emanzipation reden würde - sie ist es einfach, emanzipiert. Und braucht nicht alle sechs Monate eine Beziehungsumorientierung nach dem jeweils gerade gültigen Männerbild; sie ist mal allein, mal nicht, und wenn sie einen Mann hat, fragt sie sich nicht alle fünf Stunden, ob er genügend Macho oder Softie ist.
Und ich sage seit langem, dass gerade die Damen, die ohne die tägliche Portion emanzipatorischer Rollenspielchen nicht auskommen und im Kreis der FreundInnen mal Maulhure, mal Gouvernante spielen, fast nahtlos am Klischee kleben, nach einiger Zeit die schlechtesten Verhaltensmuster angenommen haben, die von Männern bekannt sind, sich über Winter gerne den Strickjackenträger mit eigenem Kräutergarten halten und spätestens im Sommer die devote Sozia des ungewaschensten Machos sind.
Die Entdifferenzierung der Geschlechterrollen hat eben leider auch eine gewisse Lustlosigkeit mit sich gebracht; ein ewig über Gleichstellung mitdiskutierender Mann, der nach der Rückenschule gerne mal in der Männergruppe im Tipi schwitzt, ist ebenso langweilig, wie die patente Frau nicht allein dadurch attraktiver wird, dass sie bei OBI zielsicher den richtigen Schraubendreher zur Einstellung der Venturidüse am Durchlauferhitzer findet.
Ich musste immer schmunzeln, wenn meine intelligenten und schönen und sehr sicher alltagstauglichen und selbstbewußten Freundinnen, deren Ehen und/oder Langzeitbeziehungen sich plötzlich auflösten, nachdem die niedlichen Püppies mit zwei linken Händen den Blick des Partners gekreuzt hatten, plötzlich wieder die Kosmetikerinnen, Frisöre und Parfümerien frequentierten, das Kaminholz wieder von einem Mann hacken ließen, Dessous nicht mehr unter politisch korrekten Gesichtspunkten auswählten und nicht mehr in Crocs zur Party gingen.
Und mir ist noch nie ein Zacken aus der selbsterfahrenen Krone gebrochen, wenn ich in fremder Behausung mal rasch den angerissenen Duschschlauch gewechselt und ein loses Scharnier befestigt habe.
Und mit ölverschmierten Händen aus dem Keller zu kommen und der hübschen Frau am Herd, von hinten sich nähernd, in den Nacken zu küssen, macht mir Spaß.

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Donnerstag, 19. Januar 2012
Aufrüstung

ich brauche das nicht, wahrscheinlich wird alles bald in der Schublade liegen, aber es hat blinkende tolle Dioden, muss dauernd geladen und vor allem konfiguriert werden, also musste ich kaufen:

1. eine zweite AirPort Express-Station, um die Musik vom iPhone und vom iPad nicht nur über den Mac, sondern auch über die NAD-Stereoanlage einerseits und die im Schlafzimmer befindliche Yamaha-Anlage anhören zu können.
Leider habe ich nach 7 Stunden vergeblicher Konfigurationsbemühungen so gegen 2 Uhr nachts nur erreichen können, dass es im Wohnzimmer laut aus den Boxen brüllte, während ich im Schlafzimmer war, dann das Arbeitszimmer plötzlich beschallt wurde, als ich im Wohnzimmer nach dem Rechten sehen wollte, dann das Netz zusammenbrach, dann usw... ich habe darauf gewartet, dass verschlafene Nachbarn mit Äxten Zugang zur Wohnung suchen könnten, aber die hören ohnehin nix mehr.
Mir wurde es dann zu laut und ich habe viel Valium genommen und den Strom abgeschaltet, mit dem Erfolg, dass ich vom stromlosen Wecker nicht rechtzeitig geweckt wurde und wildeste Träume von einer vollschichtigen Tätigkeit als LAN-Experte hatte, als andere schon im Büro zur Ruhe gekommen waren und die Fettbemmen ausgepackt hatten.

2. einen HUAWEI E5-Mobil-WLAN-Router, der mittels SIM-Karte über 3G ein WLAN-Netz provided und gleichzeitig 5 Leuten mit ihren WLAN-fähigen Endgeräten Zugang zum Internet gibt! Na?! Ich kann jetzt, da mein Mac, mein iPhone und mein iPad selbst 3G und WLAN haben, jedes Gerät sozusagen gleichzeitg und doppelt geroutet ins Net schicken - das gibt mir doch letztlich auch die Sicherheit, dass ich sogar, sagen wir mal: auf einem Dixie-Klo in Solingen-Ohligs, mitten in der Nacht eine von den beiden e-Mails, die ich mal im Dezember bekommen habe (SPAM-Filter, sage ich nur) gleichzeitig auf zwei Endgeräten bearbeiten und dabei Musik hören und surfen kann.
Der Verkäufer beim Apple-Händler meines Vertrauens hat sich bekreuzigt, als ich das Teil einpackte, hat angefangen zu heulen und wollte Bargeld sehen, dabei habe ich dieses Schmuckstück asiatischer Elektronik via Browser innerhalb weniger Sekunden ans Laufen gekriegt.

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Dienstag, 17. Januar 2012
peut-être que je t'aime

gallieni

(Übrigens habe ich dort auch eine Frage für Callcenter-Girls, die es vom Verbraucher genau wissen wollen, gefunden:
"Behalten Sie beim Masturbieren die Brille auf?"
Und übrigens sollten Sie sich dort länger aufhalten und lesen und schauen; es lohnt sich.)

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Callgirl

Gestern Abend auf eine Telefonumfrage zum Thema "Verbraucher-Verhalten" eingegangen, denn ich liebe es, mit ganz jungen Callcenter-Girls zu sprechen, die immer so gehetzt keuchen und ohnehin ihr ganzes Berufsleben darauf eingestellt sind, Absagen zu bekommen; ich lasse dann so meinen inneren Menschenfreund 'raushängen und antworte rasch und ganz lieb.
Es waren aber auch Fragen, die sich mir zwar im Zusammenhang nicht gänzlich erschlossen haben, die aber wahrscheinlich für die deutsche Wirtschaft und Politik wahnsinnig wichtige Entscheidungen möglich machen.
Wann ich zuletzt einen Container für Bauschutt bestellt hätte?
Wahrheitsgemässe Antwort: noch nie. Die sind mir zu teuer, und ich fahre lieber in den Wald und schütte da kleine Wälle gegen die grosse Flut auf.
Wann ich zuletzt eine Autowerkstatt aufgesucht habe?
Na, da hatte die Dame einen wunden Punkt berührt! Freitag, habe ich gebrüllt, Freitag, sogar zweimal!
Wann ich zuletzt einen Anwalt gebraucht hätte?
Noch nie, aber ich arbeite daran.
Wann ich zuletzt im Reisebüro war, wer mir dazu Tips gegeben hätte, wann ich wieder mal verreisen wollte, wohin, gegen wen, mit welchen Motiven?
Waren Sie mal im Elektrofachhandel, wissen Sie, was Grütze ist, wo würden sie Rosinenkuchen kaufen?
Bevorzugen Sie eine bestimmte Apotheke, und wenn ja, wer hat Ihnen den Tip dazu gegeben? Das Internet, das Radio, eine Stimme aus dem Wasserhahn?
Fühlen Sie sich durch die Gelbe Tonne unter Druck gesetzt?
Welchen Preis würden Sie maximal für eine Blinddarmoperation bezahlen wollen?
Spülen Sie Plastikmüll, bevor sie ihn auf die Strasse werfen?
Sind Sie für oder gegen Süßstoff im Zucker?
Und so ging es rasch vorwärts, die Dame war bald am Ende, und ich bin jetzt gespannt, wieviel Punkte ich bekommen habe und ob es eine Einladung zu einer verbilligten Kreuzfahrt gibt.
Daumen halten!

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UNTERTITEL
si tacuisses,
philosophus mansisses


STATUS
zuletzt aktualisiert:
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