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Mittwoch, 2. Juli 2008
Berlin calling
docbuelle
22:43h
...heute im Wald (Spandauer Forst) beim Joggen habe ich mal wieder die vielen Männer und Frauen, die einsam oder zu zweit durch die Gegend hecheln und - wie ich auch - gegen Ihr älter werden ankämpfen, registriert.
Das wäre auch mal ein Thema für eine Kurzgeschichte! Ich werde jetzt in die Badewanne steigen, die Pollen aus meinen Haaren waschen und hinterher in dem Buch, das wir zusammen gekauft haben (Alice Miller: Das Drama des begabten Kindes), lesen... ... Link
Totentanz
docbuelle
15:29h
in dieser schwülen Glut der Mittagshitze ist es noch schwerer, eine Stunde in einer überfüllten Kapelle zu sitzen, in der der Sarg einer Frau steht, mit der ich einige Jahre zusammengearbeitet habe; die Kolleginnen getröstet, den Nachruf geschrieben, mit dem Ehemann gesprochen - und in der Zeit immer gedacht, dass sie sicher die kleinen Todesfall-Riten mit mir gemeinsam organisiert hätte, wenn sie nicht die Betroffene gewesen wäre.
Ihre Fröhlichkeit habe ich ihr nachgerufen, und ich war dann doch überrascht, dass diese Eigenschaft von vielen an ihrem Sarg beschworen wurde; so viele Freunde, eine große und gute Familie, ein umfangreicher Kreis. Sie hat sich bis zuletzt selbst bestimmt. Und so kommen melodische und rockige Songs statt der üblichen Getragenheit aus der Musikanlage der kleinen Kirche, deutsche und englische Texte, die sich ohne zuviel Pathos mit dem Mensch und dem Leben und dem Sterben und der Zuversicht befassen, und man hätte eher leise tanzen können, als Tränen zu vergießen. Schlaf' gut. ... Link Mittwoch, 25. Juni 2008
Der Tod und das Mädchen
docbuelle
12:35h
die Prognose lag bei sechs Monaten, sie hat ein Jahr daraus gemacht.
Es ist dann gnädig abgelaufen; sie hat in dieser Nacht plötzlich Luftnot bekommen, in der Klinik später Blut und Morphium; sie ist kurz erwacht und hat in die Runde der Angehörigen geblickt, dann ist sie eingeschlafen. Sie ist die zweite Arzthelferin aus meinem Team, die an Krebs gestorben ist, jung und kämpferisch und bis zuletzt bewußt lebend mit sich selbst, mit ihrem Mann und den beiden Töchtern. Wir haben sie sehr gemocht und sie uns wohl auch - und wir denken an sie, noch lange, mit Tränen in den Augen. Das ist die andere Seite, auf der ich stehe; genug Raum zwischen Krankheit und Sterben dort und der koketten Eitelkeit und der Unschuld des Spiels da draussen und hier auf der geduldigen Wiese, die immer grün ist und nicht verwelken will. Dazwischen liegt der dumpfe Nebel, der Übergang, da bleibe ich manchmal hängen und keuche und ziehe mich aus der grauen Schwere und erkenne, wie schnell wir stürzen können, wie fragil wir sind und wie seltsam unser Menschenleben ist, in dem wir unsere Liebe und Lieben nehmen, wie eine Bühne, auf der wir tanzen können, so verfangen im Leben und Erleben, dass wir selbst vor Dantes Inferno lachend und lustvoll die letzten Todsünden begehen würden und werden. Und so ist es richtig. ... Link
Aufstellung im heutigen Spiel
docbuelle
09:14h
![]() (aus meiner e-mail, Quelle unbekannt) ... Link
Harter Fall
docbuelle
08:40h
... "Ich fuhr hin und her, von der Ruhr-Uni zu Gesprächen mit verschiedenen Firmen, ich flog von einem Meeting in Cambridge zu einem anderen in Leipzig. Ich sprang von den Vorlesungen in die Experimente, vom Labor in die Geschäftssitzung, um dann zur Abnahme der Prüfungen doch zu spät zu kommen.
Wie ein Pingpongball flippte ich immer schneller, wie ein Elektron, dessen Aufenthalt man nie bestimmen kann, weil es sich so rasend schnell bewegt und um sich selbst spinnt. Ich drehte ab in die Vergangenheit der jüdischen Familie Barners, ich dachte an Jerusalem, wie es war, wie es wird. Der Kopf war voll und trotzdem leer. Welche Probleme werden so ernst, dass ich für sie haften muss? Der Gedanke, die Krebsforschung aufzugeben, um neue Projekte zu beginnen, beschäftigte mich dauernd" ... ... Link
Oregano
docbuelle
08:33h
... Link Sonntag, 22. Juni 2008
paint your palette blue and grey
docbuelle
23:28h
die unendliche Vielfalt der Handy-Klingeltöne und das Gequatsche eines jungen, simpel strukturierten Mannes, der eine Waschanlage für Solar-Kollektoren zum Patent anmelden will, trösten mich über die Tatsache hinweg, dass die frische HotSpot-Option nun doch nicht im Zug funktioniert; Berlin, I'm on my way.
Spandau; und S. als schlanke Silhouette gegen die Sonne des Ausgangs; sie ist so schön, ihr unbändiger Stolz, ihre sanftmütige Güte, dass ich kurz schlucke und dann froh bin, als ihre Stimme und die Klimaanlage des Wagens mich endgültig aus dem ICE holen, grounden und beruhigen. Ich bin wieder dort, wo ich lange gelebt habe, wo ich nie wieder hin wollte, wo ich seitdem regelmäßig ankomme. Centrovital, das Hotel, ein Backstein-Ensemble, eine denkmalgerecht restaurierte, dezente Wucht, mit Wellness-Tempel und Blick auf die Havel; ich liebe begehbare Duschen und Milchglas-Wände, ich liebe die hoheitsvolle Unkompliziertheit der Rezeptions-Hostessen mit kleinen Multicolor-Nagelfarbtupfern und einem Piercing im Kontrast zu den grauen Uniformen. Abends: Casa Italiana da Alberto; ein Wintergarten so hoch wie eine Kathedrale, Spaghetti Matriciana, Filetspitzen, der Wein Gold gegen einen Himmel, in dem ich die ersten Sterne sehen kann. Und ich gleite langsam in einen leichten Rausch aus Glück und Erschöpfung. Am Samstag - längster Tag und kürzeste Nacht des Jahres - Raritäten von Man Ray im Gropius-Bau, draußen pralle Sonne, im Keller der Galeries Lafayette Quiche Lorraine und Kaffee und Unter den Linden und und und. Später thailändische Küche, ArayaThai - Merrrettich und Knoblauch und Garnelen und Zitronengras - danach zur Schaubühne, "Tod eines Handlungsreisenden", Thomas Thieme alias Willy Lohman sitzt im Foyer und trinkt aus einem Pappbecher, bis er auf die Bühne muss, ein Paket Leben und wuchtige Stimme. Nach dem Theater ist vor dem Theater; Elfmeterschiessen auf Rückprojektionswänden beim Public Viewing; vor Dollinger am Stuttgarter Platz in die Fête de la Musique eingetaucht und bis 1:30 Uhr auf dem Platz getanzt, wie mit 15, gute, alte Rocksachen, die unsere Pubertät mit Rhythmen versehen haben. S. singt mit und beichtet, dass sie als Mädchen im Early Bird als GoGo-Girl aufgetreten ist und hat dabei ein Lachen im Gesicht, als gäbe es dafür Orden, und ich freue mich an ihr und an der Musik und an der Nacht und an dem Gitarristen, der wie Carlos Santana spielen kann. Strobe lights beam create dreams walls move, minds do too Jochen Senf alias Kommissar Max Palü trinkt hinter uns in Ruhe seinen Wein und adelt uns mit einem indifferenten Blick. Am späten Sonntagvormittag zum Prenzlauer Berg. Endlich ist casino zu erreichen und ich höre ihre Stimme und ich bin sofort sicher, dass es gut ist, ihre Stimme zu hören und sie kommt zu uns, und als ich sie sehe geht eine einzige Leuchtschrift durch meine Gedanken und die ist "pretty amazing grace", und sie hat meine spontane Zuneigung schon, bevor sie den ersten Satz gesagt hat, und ich denke, dass es sehr schön sein muss, in dieser Stimme und in diesem Gesicht wieder zu lernen, was Andacht bedeutet. Dass malorama und bov und parka und goncourt und viele andere aus der Szene noch ganz in unserer Nähe sind, ist keine Allegorie. S. ist dann mit mir am Bahnhof und ich nehme Abschied von ihr und von Berlin und gehe hinein in die schwüle Hitze des ICE, bei dem sofort die Klimaanlage ausfällt. "In welche Richtung geht es zum Bistro?", fragt sie, die neben mir sitzt und Katrin heißt und wenig später voll Ausgelassenheit auf ein Spiel mit mir eingeht und verblüfft feststellt, dass knapp vier Stunden vorbei sind, als wir das Spiel beenden müssen, weil ich aussteige. Wir haben den Großraumwagen mit seiner Hitze und seinen eingeschlafenen Passagieren in den Hintergrund versinken lassen und uns, animiert von den dummen Bild-Text-Fragmenten, mit denen manche Boulevardzeitungen den Girl-des-Tages-Nackedei unter das Volk bringen, unserer selbstauferlegten Mission gestellt: zwei Avatare in diesem ICE zu zeugen, zu kreieren und im Web leben zu lassen, zwei Fabelwesen, wie sie auf die Frontseite eben solcher Zeitungen passen könnten, Figuren, die uns wie füreinander geschaffen schienen: ... "Mandy, 21, halblange dunkle Haare, grüne Augen, Berufswunsch: Tierheilpraktikerin, hat ihre Jugend auf dem Bauernhof der Großeltern im Osten der Republik verbracht und sich, umgeben von vielen landwirtschaftlichen Nutztieren, nie für ihre Nacktheit schämen müssen." ... "Rocko, 24, kurze schwarze Haare (überall), Fachkraft für Badewannenbeschichtungen, legt Wert auf sein Äußeres und weiß, was Frauen glücklich macht, backt in seiner kargen Freizeit Baumkuchen, wenn er sich nicht um seine gebrechliche Großmutter kümmern muss, träumt von einer lieben Partnerin, die sich an ihn anlehnen mag." Der tröpfelnde Regen beginnt kurz vor W. und verwandelt sich in einen Wolkenbruch, ein Unwetter; in meiner Wohnung 29 Grad. Wenig Post; DSL läuft jetzt mit 16.000 kBit/sec. S. und D. und K. - ich danke Dir und Dir und Dir, es war sehr schön in eurer Nähe. Wo bist DU? Warum bist Du nicht bei mir? Finde mich hier. ... Link Donnerstag, 19. Juni 2008
fill me up
docbuelle
16:15h
ja, lieber Gott, ganz herzlichen Dank, dass Du - wenn ich schon akute Zahnfleischrandbeschwerden kriegen muss, obwohl mir auch sonst der Stresskollaps droht - wenigstens keinen Abszess daraus gemacht hast, sondern "nur" eine lose Füllung, die der Zahnarzt meiner Wahl sofort entdecken und mal eben 'rausbohren konnte. Ohne. Anästhesie. Denn. Ich. Bin. Eine. Coole. Sau.
Okay, wenn ich die Sanftheit in der Stimme dieser absolut juvenilen und hard-body-mäßig blau-schlitzäugig gestylten zahntechnischen Assistentin höre, dann weiß ich, dass mir in Wahrheit wieder Tränen über's Gesicht gelaufen sind und ich jetzt den Mutterinstinkt der Jungfrau abkriege, aber lieber eine neue wohlschmeckende Füllung im Zahnhals, als andere Instinkte geweckt haben; wahrscheinlich sehe ich wieder aus wie ein verheulter Lustmolch-Labrador, was mir spätestens dann endgültig die Witzelsucht der Greise bescheren wird, wenn mir diese Traumfrau gurrend den Nacken kraulen will. Neben intakten Füllungen im Zahnhals sind Frauen das Wichtigste im Leben eines Mannes. Okay: oder umgekehrt. ... Link Mittwoch, 18. Juni 2008
enter
docbuelle
23:35h
![]() (© Hannelore Gieschen) ... Link
these legs are made for walking
docbuelle
23:34h
![]() (© Hannelore Gieschen) ... Link
quench my thirst
docbuelle
23:27h
Deine Stimme, so nah und doch so weit weg.
Ja, ich Dich auch. Und wie. Das T-online-Portal verspricht mir 50 XXL-Bilder vom nackten Girl des Tages für 3,99.-, da muss man(n) sich nicht wundern, dass die Telekom immer noch so beknackt ist, wie vor Jahren. Die sind wieder zu blöde gewesen, einen simplen Upgrade-Auftrag zu erfüllen: DSL 16.000 UND HotSpot ("HottSchpott") UND das e-mail-Paket ("Päketsch"); zugegeben, das war auch schwer, drei einfache Sachen so in einen Auftrag zu quetschen, gell, da habt ihr erst den Teamleiter gerufen und dann doch alles selbstständig vergeigt,was? Arrogante sächselnde Techniker und stundenlange Fahrstuhlmusik beim Verbinden von einem Sprachautomaten zum nächsten; in der Zeit, in der diese Simpel mich vollquatschen, könnte ich mein eigenes DSL-Netz aufbauen in Deutschland. Abends rufen dann die Vertriebscenter-Säuselstimmchen an und wollen mir ein "Media-Päketsch" andienen - Jessus! Nachtrag, 19.6.2008: diese Leute haben es geschafft - mir einen DSL 1000er Anschluss aufzuschalten, statt der bestellten 16.000. Die sind mit Worten nicht zu fassen; fünfzehn Telefonate mit Hotlines und keiner kann was und will was können. ... Link Dienstag, 17. Juni 2008
Ghrelin
docbuelle
16:10h
... Link
HotSpot
docbuelle
15:20h
die HotSpot-Flatrate nutze ich seit heute, e-mail und Internet und die ganzen Tools und Utilities über den kleinen Handschmeichler iTouch, das ist wirklich nett.
Und wer blitzschnell in den HotSpot eingewählt werden will, ohne lästiges Tippen, der kann sich ein Bookmark anlegen (ja, ich weiß - da steht dann das Passwort im Klartext drin und wenn der iTouch geklaut wird, kann ein IT-geschulter Dieb Deine ganze e-mail lesen und was weiß ich noch alles; und natürlich musst Du DEINE Daten einsetzen und die Sternchen VOR und HINTER dem Bookmark-Text weglassen, die stehen doch nur da, damit der Text bei antville erkennbar ist...): ***https://hotspot.t-mobile.net/wlan/index.do?username=Dein e-mail-Name@t-online.de&password=Dein Passwort&strHinweis=Zahlungsbedingungen&strAGB=AGB*** Und ab dafür. ... Link Sonntag, 15. Juni 2008
love in the midst of chaos
docbuelle
23:52h
and with amazing grace reclaimed my heart
and with amazing grace restored my pride ... Link Donnerstag, 12. Juni 2008
Bilder
docbuelle
23:12h
... Link ... Next page
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"Honi soit qui mal y pense"
last update: 2008-07-23 16:06 status
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die doppelte Buchführung...
“Persönliche” Krebsvakzine aus Tabakblättern docbuelle (2008-07-23 16:06) |