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Mittwoch, 16. Mai 2012
Dienstag, 15. Mai 2012
gerade bin ich in der Zeit zurückgeflogen, vom Desktop aus, dieses sanfte Gleiten auf der Zeitschiene nach oben und unten, zurück in die Tage vor Dir, die Wochen, die Monate; plötzlich tauchst Du auf in den Ordnern, die meine Welt abbilden, nicht die reale Welt da draussen, Du weißt schon.
Morgen fahre ich in meine dritte Welt, Morgenlandfahrer, denn ich habe schon vor langer Zeit das Blut geleckt, das aus den Wunden tropfte, die nicht Du mir geschlagen hast; seitdem war ich bereit, seitdem gibt es diese Tage, die ich tänzelnd erlebe und mich tröste, indem ich Trost spende, seitdem gibt es den Kontrast, in dem ich mich spiegle, wie einer, der die Augen schliesst und mit ausgebreiteten Beinen auf ein Schwert springt. tat twam asi - dies andere bin ich; Du bist die andere.
Montag, 14. Mai 2012
solche Schätzchen der geistreichen Kompression von Textfragmenten findet man immer zu spät.
Dienstag, 8. Mai 2012
dann doch sonnig an diesem Tag der Prüfungen, die Ultraschallsonden in mir und an mir und auf mir, mein klarer Blick in die Augen des Kollegen, um den Moment nicht zu verpassen, in dem er den Atem anhält und die Augen still; nichts davon kommt, ich erhalte nur gute Nachrichten, die Polaroids zu interpretieren lerne ich langsam selbst; das sind keine Föten, die da zu sehen wären, das sind Todesurteile oder das Versprechen auf ein sieches Restleben.
Und ich bekomme wieder sechs Monate Bewährungszeit, eine Runde Hütchenspiel, die ich zu leben gedenke. Die, denen ich ab und zu am Herzen liege, heißen mich willkommen im Zwischenreich und freuen sich, dass ich wieder Pläne machen möchte, die eine ganze Jahreszeit überspannen. Meine vollkommene Erschöpfung lasse ich als besonders ruhige Freundlichkeit an meinen Patienten aus; ich gebe mit vollen Händen, sie nehmen, was zu kriegen ist; Frauen, die so wichtigen Frauen, lachen über jedes Wort und werden jung und sprühend und lassen mich die koketten Mädchen sehen, die sie in sich tragen, die sie waren und wieder sein könnten. Wenn nur. Später die mail, auf die ich gewartet hatte, ohne zu wissen, warum und worauf ich da warte, und wohl gerade deshalb eine Erlösung, und dann werde ich so genommen, wie ich sein kann, wenn ich sein darf, wie ich gerade bin: in statu nascendi. Und nach wenigen Stunden bin ich für wenige Sekunden tausend Meilen weit weg und daher angekommen; eine Frau lehrt mich ihr Lied und singt es mit mir zusammen, ich sende ihr meinen ganzen Schatten und fliege zurück nach Hause. Und während ich zitternd lande, lasse ich "Broke Window" von Gary Jules spielen, "got snakeoil in spades for the wolftickets trade", und es ist gut. "Et d'autres, dont la gorge aime les scapulaires, Qui, recélant un fouet sous leurs longs vêtements, Mêlent, dans le bois sombre et les nuits solitaires, L'écume du plaisir aux larmes des tourments."
Dienstag, 1. Mai 2012
während ich mit 210 km/h eine Strecke abspule und eine Rekordzeit einfahre, frage ich mich leise, ob ich "weg von" oder "hin zu" unterwegs bin. All my plans are fallen through. Die Bilder in den Deichtorhallen waren interessant, Fillet of Soul leider geschlossen, der Tee im Wasserschloss köstlich, der Apple-Store am Jungfernstieg berauschend, später deine Arme und der Geruch der Heide in der Nacht, das Zirpen von Seide, dunkelblau auf weißer Haut, jede Sünde wert, bevor ich in deinem Seufzen eingeschlafen bin.
Donnerstag, 26. April 2012
worum sich Tyler Brûlé auch endlich mal kümmern müsste: es ist absolut verstörend, wenn in diesen kleinen Pornofilmen im Internet die nackten, Hardcore-agierenden Männer weiße Socken tragen!
Unsere männlichen Heranwachsenden werden glauben, dass beim Geschlechtsverkehr grundsätzlich weiße Socken zu tragen sind, sie werden, pickelig und knallrot, im Wäscheladen nach weißen Socken fragen, Adidas und Falke werden noch reicher werden und die Mädchen werden einen Schock für's Leben davontragen! Also bitte im Sexualkundeunterricht die Wahrheit vermitteln - dass bei körperorientierten Liebesbezeugungen auf keinen Fall weiße Socken angebracht sind, sondern (kurz getragene) Strümpfe in gedeckten Tönen!
was soll das heißen?
"Ich habe mich immer sehr gefreut über alles von Ihnen - mit Einschränkungen". Also: mich und meine Aufmerksamkeiten, meine kleinen Geschenke, meine Briefchen und Worte, die Musik, die Bilder, gibt es immer nur als Paket! Das verpflichtet zu nichts, außer zur Höflichkeit. Wo es daran fehlt, werde ich richtig wütend. Ich kann nach wie vor auf Sicht ganz gut damit leben, nicht vollinhaltlich akzeptiert zu werden, wegen und weil und überhaupt - aber bei Sätzen mit einem "aber" (ausgeschrieben oder angedeutet) streiche ich immer alles vor dem Komma fort, dann habe ich die Aussage. Für mich braucht niemand seine subjektiven Fakten schön zu lügen. Ich habe so die Schnauze voll von Küssen auf die Lippen, während mir gleichzeitig ein kleiner Peitschenhieb verpasst wird. So die Schnauze voll von Äußerungen, in denen Andeutungen vorkommen - bin ich denn in einem Millionen-Ratespiel und verpflichtet, mir den Kopf zu zerbrechen, was nun nicht gestimmt hat? Und was soll es bedeuten, wenn Komplimente - statt mit einem Dankeschön - mit abwehrenden Hinweisen auf vorhandene Schönheitsfehler, Macken oder Meisen oder sonstwas zurückgewiesen werden? Ein Kompliment ist immer die große Übertreibung einer kleinen Wahrheit, und das Gefasel darum herum heißt doch eigentlich: nee, ich will die absolute Heiligsprechung, nicht bloß eine Anmerkung zu meinen schönen Augen. Nach meiner Erfahrung sind das nicht selten weibliche Wesen, die einen ganz kontrolliert-offensiv in ihr Bettchen packen, bevor sie den Vornamen richtig aussprechen können und einem lakonisch Beifall zollen mit Bemerkungen, die einen auf den Rücken schmeissen ("endlich mal ein Mann, der das Loch alleine findet!" - da kriege ich immer eine Gänsehaut bei der Vorstellung, wer wohl vorher vergeblich sein Glück versuchen durfte; naja, denke ich dann: wenigstens hat sich ja offenbar das Semester Anatomie gelohnt). Sehe ich aus, als ob ich mit entschwundenen Männern das Spiel "Macht den Sieger unter euch aus!" spielen möchte? Gezierte Dämchen zeigen Borniertheit, als ob es dafür einen "Master of" gäbe.
auch so ein absolut unmögliches Ding: du triffst dich ganz entspannt mit einer Frau, die sogar was Nettes angezogen hat zur Feier des Dates, hier ein Lächeln, da ein Lächeln - und nach der zweiten Frage, belanglos und als Aufwärmer gedacht, flennt sie leise los und für den Rest des Abends ist irgendein Mann Thema, der sie vor 1.5 Jahren mit fünf anderen betrogen und danach hat sitzen lassen. Schlimm, denke ich; der Abend ist gelaufen, da ist nicht mal eine Kostennote für psychologisch untermauerte Anmerkungen drin. Und vor allem denke ich: was habe ich dem Mann eigentlich getan? Warum sitzt der jetzt als unsichtbarer Geist-Gast an meinem Tisch; ich kriege Spitznamen und Hobbies erzählt, die blöden Weiber, die er sich 'reingezogen hat, mutieren zu schlimmen Hetären, ich fürchte mich, dass es hier gleich laut werden könnte und will nur noch weg. Das Gejammer habe ich den ganzen Tag, werde dann aber bezahlt, wenn Leute sich als Opfer profilieren möchten.
Wer so einsteigt, zeigt bestenfalls drei Dinge: 1. ich brauche noch zwei Jahre, um wieder gesellschaftsfähig zu werden. 2. jede emotionale Investition in mich führt bestenfalls zu einer sogenannten Übergangsbeziehung, in der ich mir auf deine Kosten das Ego aufpoliere. 3. ich suche eine verständnisvolle Vaterfigur und keinen Lover. Also: Tempotücher liegen lassen, Abgang, Vorhang.
Mittwoch, 25. April 2012
"das Eisen muss man schmieden, solange es heiß ist"
Eine Weisheit, die wieder mehr in den für gutes Benehmen gedachten Hirnwindungen mancher Damen verankert werden sollte. Leben springt heute schnell hin und her und schlägt Funken aus geistreichen Repliken, nicht aus Totenstille. In Zeiten der Nutzung moderner Kommunikationsmittel, wie Handy-Telefonie, e-Mail, Short Messages geht die Trägheit und Latenz früherer Medien nicht mehr - oder frau sollte wieder zum Füllfederhalter greifen und ihren Anschluss schlicht abschalten. Wer sich mit einem Computer und den Segnungen des Internet ausstattet, sei es für den Beruf, sei es für den Zeitvertreib in den Abendstunden, sei es auf den ach so beliebten Kontaktplattformen, sollte sich technische Grundfunktionen aneignen und ganz rasch an den Begriff der Pflege von Postfach und Nachrichtenspeicher gewöhnen oder sich bitte wieder ausklinken. Frau muss ja nicht in jeder Scheiße gelegen haben, um zu wissen, was Dreck ist. Sich ein Laptop in der Bahn auf den Schoss zu stellen, um Zugehörigkeit zu demonstrieren und dann endlos doofe Videoclips anzusehen, statt zwanzig freundlich-interessierte Anfragen zu beantworten, finde ich ziemlich daneben. Wer Zeitmangel anführt als Erläuterung für schweigsame Unerreichbarkeit, stellt sich doch selbst ein geistiges Armutszeugnis aus - zwei, drei Tastenklicks, von mir aus auf dem Klo verfasst, würden manchen Dialog ölen bzw. erhalten. Grundsätzlich haben sich da Patzigkeiten verbreitet, die trotzig und rotzig sind: - eine Handy-Nummer weitergeben und SMS, die auf dieses Handy geschickt werden, nicht oder erst mit drei Tagen Verzögerung beantworten (das Handy entweder dauernd abschalten, "ich bin so wichtig, dass ich den ganzen Tag in Sitzungen bin", Akku leer, nicht gehört, weiß nicht, wie das geht usw.) - eine e-Mail-Adresse weitergeben und mails, die dort eingehen, nicht oder erst nach Wochen beantworten (war schon seit Tagen nicht online, keine Zeit gehabt, da muss was im SPAM-Ordner gelandet sein usw.) - einen Mann ganz offen-fröhlich oder auch subtil uneindeutig anmachen und mit Schweigen oder Ausweichen reagieren, wenn dieser Mann darauf eingeht; Anbetung einfordern und selbst größere Aufmerksamkeiten nicht anerkennen, zunächst mal unerwähnt lassen (playing hard to get oder Ich-bin-das-kleine-Dummchen-Spiel) - Slang, Zoten und Kindchensprache passen gut zu einem Wackeldackel auf der Hutablage oder dem putzigen Schnuffeltierchen, das am Rückspiegel baumelt, nicht aber zu Unterhaltungen unter Erwachsenen, die gerade erst Kontakt aufnehmen. to be continued
Auf einem LKW:
„Heinz Müller – Brennholzverleih“ Auf einem PKW: „GOLF GT-Turbo / 4.2 Liter (Wischwasser)“ Auf einem geräumigen Transporter: "Brustvergrößerung durch Handauflegen. Bitte beim Fahrer melden. Kosten: 1 € - bei Nichtgefallen Geld zurück."
Dienstag, 24. April 2012
Hereafter, diesen Clint-Eastwood-Film habe ich durch Zufall gestern gesehen, schlaflos im Regen dieser Stadt, chronisch Sommerzeit-müde, verfroren und von Pollenallergie in Kombination mit einem leichten Infekt drangsaliert.
Dieser Film ist ein Muss, das einem für eine Handvoll Euro bei Thalia nachgeworfen wird, wenn man die ewig zugigen Türen da nicht schließt. Hinterher fragt man sich unwillkürlich, warum man, bei solchen Aussichten, überhaupt noch leben will. (Und für Cécile de France würde ich mich ohnehin umbringen. Gott im Himmel!)
Donnerstag, 19. April 2012
hatte mich vorgestern mal kurzentschlossen bei facebook angemeldet, weil ich dachte, da könnte ich Informationen über Gott und die Welt kriegen.
Hat nicht so geklappt, wie ich dachte: facebook hat jetzt alle meine Daten, inklusive eines Adressbuches, und hat, wie auch immer, rund 100 Leuten eine doofe e-mail in meinem Namen geschickt, in denen ich sie einlade, mich bei facebook zu begucken. Seitdem läuft mein Postfach über mit Absagen, mein Autohändler will nicht mein Freund sein, vier Vier-Sterne-Hotels nicht, die Vergiftungszentrale nicht, der Taxi-Ruf nicht, meine Bank auch nicht, Ex-Freundinnen wollen schon, aber können nun nicht mehr, denn genauso schnell, wie ich in dieser Datenschleuder drin war, bin ich auch wieder draussen. Also, Welt: sorry - ich bleibe dein Freund, Daumen hoch, gefällt mir; aber facebook gefällt mir nicht. Und kommt bloss nicht zu einer dieser flashmob-Parties (oder wie die Gruppenbesäufnisse in Reihenhaussiedlungen mit vollgekotzten Zierblumen-Parzellen heißen), die angeblich aus Versehen über facebook gelauncht wurden!
Mittwoch, 18. April 2012
sich um 1:00 h nachts ein paar Hübe Etro "Messe de Minuit" zu geben, todmüde von allem und jedem, hat schon etwas anti-chronologisches, von Zeitverschiebung Winter-Sommer oder so.
Dazu "Lucky Man" von der Keith Emerson Band. Und, ja: "you came into my life like rain upon a barren desert" Gerade mittels Face Time von meinem MacBook aus mein iPad und mein iPhone angerufen und dem Geräusch der Rückkopplungen gelauscht; ich denke, dass wird mal der Gipfel des Autismus sein, wenn dann alle einen iGerätepark in's WLAN eingebunden haben und niemand mehr kennen, den sie anrufen könnten.
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si tacuisses, philosophus mansisses STATUS MENÜ SUCHE KALENDER ARCHIV |