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Montag, 28. November 2005
Der Keilkopfglattstirnkaiman.
meine Programm-Postille droht: "... gewähren Einblicke in den Backstage-Bereich ...".
Nee, bitte nicht. Vor und hinter den Mikrofonen Leute mit einem IQ im Nanobereich, die aussehen, als ob sie seit längerer Zeit ihren Zeigefinger im Po hätten.
Meteorismus = Blähsucht.
Von gefangenen Darmgasen, hochamplitudig propagierten Kolonkontraktionen und dem Flatus per via naturalis - all you can eat. In diesem Zusammenhang muß auch hier der Begriff "Olf" eingeführt werden.
Samstag, 26. November 2005
dumpfe Stille noch gegen 11 Uhr morgens, gedämpftes Licht - das kann nur Schnee bewirken! Das dürfte auch die kurzen Stromausfälle vom gestrigen Abend erklären.
Ich sitze, nach waghalsig-lächerlichem Versuch, via A 46 und A 43 ins Ruhrgebiet zu kommen, zwei Stunden stop-and-go für 5 km Autobahnstrecke und genervtem Abbruch des Manövers und Rückkehr nach Hause, hinter auf 1 m Höhe zugeschneiten Fenstern in der Wohnung, Wochenende ist gestrichen. Man kann schlafen, man kann es genießen, mitten in einem vom THW ernährten Katastrophengebiet zu hocken, man kann die gerade noch ergatterten Pizza-Vorräte mampfen, billigen Rosé trinken und auf n-tv die Endlosschleifen über verschimmelte Fleischwürste im Container und vereiste Flaps auf Deutschlands drittgrößtem Flughafen sehen. Seit 30 Jahren habe er kein solches Winterchaos mehr gesehen, sagt ein Polizist.
Donnerstag, 17. November 2005
Bei "Einsatz in vier Wänden" und vergleichbaren Sendungen, bei denen mehr oder weniger schlanke blonde Frauen einem Rudel Handwerker sagen dürfen, wann, wo und wie eine Wand umzuhauen ist, bleibe ich meistens hängen.
Ich mag vor allem am Ende die "vorher-nachher"-Vergleiche, bei denen deutsche Eiche und Trockenblumen und gehäkelte Glasunterlagen komplett verschwunden sind und einer jubelnden Kleinfamilie ihre mit Eichhörnchen-Postern, Dinkelkissen und Rot-Grün-Kontrasten runderneuerte Wohnung übergeben wird. Auch lehrreich war dieser Film über Staubsaugervertreter, die mit ihren Vorwerk-Vampyretten solange weißlich bröselnden Milbenkot aus Polstern saugten, bis die in der plüschigen Wohung hausende Oma, vor Ekel gelb-grün im Gesicht, rasch rund EURO 700 zückte, um die fiesen Biester loszuwerden. Der absolute Faszinationsgipfel ist allerdings erst bei den gerade modernen Nanny-Sendungen erreicht, in denen offenbar sado-masochistisch veranlagte Dominas (Dominae?) mit Zusatzqualifikation "Hunde/Kinder" rotzfreches Kleingetier und kreischende Blagen solange mit versteckten Kameras, Bauchleinen, Sprühhalsbändern, Naschwerk und Psychosprüchen malträtieren, bis diese jeden Spaß daran verloren haben, ihre Geschwister zu erwürgen bzw. in - selbst mit einer schlanken Vorwerk-Vampyrette kaum erreichbare - Ecken zu pissen. [Ganz frisch verliebt bin ich übrigens in Tyson (engl. Bulldogge, male), dessen liebenswertesten Marotten (bis zum Eingreifen der Nanny) waren, jedes in seiner Reichweite befindliche Hosenbein sexuell zu attackieren, viel zu ruhen und noch mehr zu fressen - kurzum: ein lebensbejahendes Dasein zu pflegen, wie wir alle es tun, sobald die Nanny wegschaut.]
Mittwoch, 16. November 2005
animiert (und deshalb gleich die Idee geklaut) von MBBS (Maloramas-Brian-Bilder-Suche): Suchstring "cosi für tutti"
heute festgestellt, daß die über 20 Jahre bei Beamten beliebten weinroten Wollwesten (V-Ausschnitt, keine Ärmel, entweder als Überzieher oder geknöpft) offenbar out sind; gottseidank; besonders Scheisse fand ich immer die karierten langärmeligen gebügelten Hemden unter diesen Westen. Der Beamte von heute trägt Poloshirt, oft mit kleinem Reißverschluss am lappigen Kragen, typischerweise von Ralph Lauren und typischerweise in Schwarz oder Sandbeige.
Gut, daß wir mal darüber gesprochen haben. Außerdem werden hier gerade tonnenweise tannenbegrünte Aluminium-Weihnachtsornamente aufgehängt und die ersten Seitenwände der Weihnachtsmarktbuden stehen auch schon. Da kriege ich allein vom Anschauen eine Fibromyalgie oder Blitzherpes.
Mittwoch, 9. November 2005
Radio Vatikan RSS-Podcast.
Montag, 7. November 2005
Mittwoch, 2. November 2005
FinderPop (Pintware-Production ;-)) gibt es jetzt auch für Mac OS X.
Dienstag, 1. November 2005
herumzappen und bei WDR3 hängenbleiben (aufgesetzt sozialkritischer, linker, feministischer Sender, so Köln/Düsseldorf eben), eine Sendung zum längere Zeit zurückliegenden Tod eines Kindes, Interview mit dem Vater, der nur noch hadert mit Gott, nur noch Wut kennt und so stark sein muß, daß man die Spannung fühlen kann, der Opa, der am Grab Märchen liest, die Geschwister, die sich fröhlich an ihren Bruder erinnern, dann die Mutter, die plötzlich aus ihrer strengen Gefasstheit ausbricht und schluchzt und weint und stammelt, daß sie ihren verstorbenen Sohn gerne wieder nehmen würde, auch wenn sie wüßte, daß er nur drei Jahre bei ihr sein könne, jederzeit, es wäre durch nichts aufzuwiegen, die ihre Freunde zitiert, an deren Sätze sie sich klammert, um mit dem Schmerz und den Schuldgefühlen leben zu können: glaubst Du, daß man sich Glück verdienen kann?
Und bevor ich weiterzappen kann laufen mir die Tränen über das Gesicht und mir tut alles und jeder leid, diese Leute, der Tote, die Mutter, ich selbst.
Mna Na Heireann (to be visited via iTunes).
Allerheiligen; lang schlafen, unwirsche Gedanken haben, drei Ladungen Waschmaschine absolvieren, mit Cillit Bang den versteckten Keimen im Kalk den Garaus machen, Nudeln mit Thunfisch, Ei, Zwiebeln und Balsamessig kochen, dezent gelangweilt dem Zerfall der SPD zugucken; Update Mac OS 10.4.3 installieren. 20º C und sonnige Abschnitte draußen, muß wohl Anfang November sein.
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UNTERTITEL
si tacuisses, philosophus mansisses STATUS MENÜ SUCHE KALENDER ARCHIV |