Donnerstag, 16. Mai 2002
"nicht mal das Meer darf ich wiedersehen...

...wo der Wind Deine Haare vermisst..."
Und Weblogs lesen auch nicht; no time for fun.
Blöder Tag heute, zuviele unerwartete Termine, zuviel unerwartet kaputter Kühlschrank, zuviel plötzliche Hitze (in Wuppertal gilt alles oberhalb +12 Grad als Hitzewelle, wenn es zugleich weniger als drei Regenschauer/Tag gibt).
Spüre heute so ein "element of crime" in mir.
Short messages for today:
1) wenn man knapp zehn Jahre nicht hinter den Kühlschrank gesehen hat und nicht unter dem Kühschrank geputzt hat (gibt es überhaupt Menschen, die das tun?) erwarten einen Überraschungen, wenn man das Teil nach vorne zieht zwecks Austausch-Vorbereitung... wenigstens keine toten Tiere drunter gefunden.
2) meine neue Brille wiegt 12 Gramm.
3) mein Freund verbringt diese Nacht in einem Schlaflabor (Ausschluß einer Schlafapnoe); konnte er das nicht schon vor zehn Jahren tun, bevor ich, zwei Wochen im Urlaub neben ihm liegend, einen schnarchlärmbedingten Hörschaden erlitt? Gute Nacht, sage ich da nur; ist bestimmt kein Zuckerlecken, so mit Telemetrie und Maske und Fingersensoren unter Infrarotlicht-Kameras zu liegen - ob einem dort eine junge Lernschwester ein Schlaflied singt? Hoffentlich bringt er ein paar gute Nachtsicht-Fotos mit...

Manchmal, an der schmalen Grenze des Alltags zwischen Langeweile voll Selbstbezogenheit und richtiger Beanspruchung mit dem Gefühl, sich in den Aufgaben zu verlieren, begleiten mich andere, schauen mir über die Schulter, möglicherweise schon im Geiste befaßt mit der Formulierung eines Postings, fürchte ich; manchmal rede ich, subvokal natürlich, mit manchen anderen Autoren, die ich nun schon längere Zeit lese, sage ein paar Worte zu den Imaginationen, die ich von ihnen habe, stelle mir vor, wie "Malorama" etwas kommentieren würde, was ich erworben habe, prüfend mit dem Finger über die Rahmen meiner Bilder fahren würde ("aha, putzt auch nicht"), wie mir "Wörterberg" eine Situation erklären oder ein Buch empfehlen würde, was "freitags fish" für ein Gesicht machen würde beim Anblick der von mir bevorzugten Nahrungsmittel, vornehm schweigend, aber dann doch nur einen Tee akzeptierend, wie mich Herr Praschl in die Grundzüge der Philosophie einweihen würde, sich schaudernd abwendend von meinem Bücherregal, bevor "Isore" mich auf dem Gepäckständer des Fahrrades nachhause fahren würde ... so in der Art, Szenen, short cuts.
Ob wir lachen würden zusammen? Über die gleichen Anekdoten? Was würde uns verbinden - und was unterscheiden? Und würden wir wirklich sprechen über uns, nach einer Stunde, wie wir sind, wer wir sein wollten, wer wir sein konnten? Plötzlich leiser werden, uns ansehen?

Unser elektronisches Schreibpapier ist so geduldig.

Fünf Leben führen: eins im und für den Job, eins mit meiner Freundin, eins in den Fotografien, eins für mich allein und eins im Weblog.

"Against the moon her body rocks..."

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point of view

diese Geräusche, nachts, dieses unheimliche Blubbern, durchsetzt von knackenden Lauten - ich höre, daß es aus der Küche kommt; es ist dunkel und ich bin allein, ich bin müde und glaube nicht, daß ich mich jetzt und so mit einem Einbrecher konfrontieren möchte ... vor allem nicht, wenn der knackt und blubbert.
Wach werden, sich der Sache stellen, wie ein Mann, wie ein nackter Mann, um genau zu sein. Leise und langsam aufstehen, ein letzter Gedanke an die schwere, sehr elegant in schwarzem Metall gehaltene Taschenlampe, die leider unerreichbar im Flur liegt ... ob ich noch eine rauche? Lieber nicht, mein Puls ist hoch genug ... einfach die Tür aufreißen und draufstürzen, "nimm dies, Bursche! Und laß' Er sich das eine Lehre sein!" ... vielleicht habe ich Glück und er fällt vor Lachen um?
Gesagt, getan; und es kommt schlimmer, als ich dachte: kein Einbrecher, der sich an meiner Tiefkühl-Pizza vergreift, nein, der Kühlschrank selbst ist die Quelle allen Übels - Kompressor im Dauerlauf, Temperatur im Kühlfach minus 32 Grad, eine Colaflasche im Türfach zum Eisblock erstarrt - Thermostat und Schalter defekt; inoperabel, da hilft nichts mehr... ich weiß, wann etwas zuende geht ...
Heute dann: neuen Kühlschrank bestellt, Lieferung morgen.
Danach die neue Brille abgeholt.
Jetzt sehe ich die Welt so, wie sie ist: voller technischer Defekte, sehr kalt, sehr teuer - aber knallscharf.

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Patienten-Info

bewertete Linksammlung zu vielen medizinischen Themen und Fragestellungen; gut, weil unter Gesichtspunkten der Qualitätssicherung überwacht.

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UNTERTITEL
si tacuisses,
philosophus mansisses


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