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Montag, 6. Mai 2002
how to make friends
Leichtes Spiel.
Zuerst zum Optiker, habe mir dort noch einen Sonnenschutz-Clip für meine zukünftige Brille aufschwatzen lassen - "es wird ja jetzt schon heller, Herr! Auf den schnöden Mammon kommt es doch nicht an, wenn es um Ihr Augenlicht geht!"; Jauchzen und Frohlocken im Hintergrund, als ich den Laden verlasse. Dann zur Niederlassung eines bekannten Autoherstellers, der viele Wagen für's Volk baut, die angeblich laufen und laufen und laufen ... nur die kleinen Halogenlämpchen haben nicht gerade Friedensqualität, dünkt mich. Ich durfte mitgehen in die Werkstatt, weil ich sofort gesagt habe, daß ich gleich beide Lampen ausgewechselt haben wolle, ja, auch die, die noch Licht spendete; mein Argument ist, daß die zweite Lampe garantiert dann an Altersschwäche eingeht, wenn ich bei Nacht und Nebel in einem finsteren Oetzi-Tal am Gesäß der Welt stehe, wahrscheinlich in einem Schneesturm am Heiligabend um 2 Uhr früh, ohne Müsli-Riegel, drei Kilometer vor der nächsten Notrufsäule, oder so. Außerdem ist die Leuchtdichte sonst ungleich und das würde mich 'runterziehen, emotional. Ich habe mich zu meinem Entschluß beglückwünscht, als ich sah, welche Prozedur ein Lampenwechsel an meinem Fahrzeug ist; die haben für solche Arbeiten einen Spezialisten von 130 cm Körperhöhe mit Ärmchen der Größe XS, der wird von zwei Kollegen seitlich liegend in den Motorraum geklebt, werkelt dann fünf Minuten an (oder in?) den Lampengehäusen herum, und wenn er wieder herausgezogen wird, ist alles okay. 32 EURO sind kein Geld für solche Profiarbeit. Und gesungen hat der Mann dabei auch noch (irgend eine schwermütige Volksweise aus Rußland, glaube ich - konnte nicht viel verstehen, weil ich eine Dämm-Matte in der Motorraumhaube habe). Und alle waren sehr nett zu mir, haben viel gelacht; der Chefmechaniker hat mich noch auf ein Spezialangebot aufmerksam gemacht: Stickstoffgas-Füllung für die Reifen! Sei nichts für den Durchschnittskunden, der jeden 50er-Schein dreimal umdrehe, aber er wolle in meinem Fall nicht versäumen ... ich kenne mich (und die kennen mich anscheinend auch): ich werde das bis zur nächsten Inspektion ventilieren und dann machen lassen; wozu das gut sein soll, habe ich zwar nicht begriffen, aber ich muß nicht alles hinterfragen. Das mit der Vergaser-Innenbeleuchtung war damals ja auch ein ganz gediegener Tip. [Nachtrag: erfahre gerade per e-mail, daß man beim waeblok schon mit Stickstoff fährt? Nein: man hat sich informiert, fährt aber noch mit gemeiner Stadtluft.] ... Link
wenn der Postmann niemals klingelt
habe gerade beim Finanzamt angerufen, das Malheur mit der vergessenen Unterschrift dargelegt, habe um Absolution ersucht (wurde erteilt) und nachgefragt, wann ich nichtswürdiger Knecht mich erdreisten dürfte, zwecks Applikation dreier Kreuzchen am Unterrand des Formulars auf dem Boden hereinzurutschen.
Gegenfrage: wann ich denn die Erklärung zur Post gegeben hätte? Wahrheitsgemäß sage ich: am Freitag letzter Woche. Und das nächste, was ich höre, ist ein Toben und Brausen, ein Gelächter wie Donnerhall, Heiterkeitsstürme in allen Etagen des Finanzamtes, immer wieder aufflammend, wenn die nette junge Frau am Telefon dort mich zitiert - "muhahahahaha, am Freitag! muhahahaha ...". Doch, ich dürfe gerne mal 'reinschauen, muhahahaha, aber nicht heute und nicht morgen und überhaupt, muhahahaha, das könnte noch etwas dauern, ähem, die Post käme zwar heute, aber müßte doch erst vorsortiert, zwischensortiert, nachsortiert, entkuvertiert, zugewiesen, verteilt, transportiert, angenommen, zum Vorgang gemacht werden. Ach so. Muhahahaha. So in ein paar Wochen, wenn alles glatt laufen würde und ich, also meine Erklärung, zum Vorgang entwickelt wäre, dann würde man sich meiner erinnern, no fear, dann würde man sich melden und mir einen Termin zuweisen, zur Ableistung meiner Unterschrift; und daß mir das nicht nochmal passiere ... muhahahaha. Und tschüss. Mal sehen, ob ich Steuerminderung kriege, Sonderabzug für Vollidioten oder so. Außerdem ist mir heute das Leuchtmittel (so heißen jetzt die Birnchen in der Autolampe) des fahrerseitigen Scheinwerfers durchgebrannt; und da ich kürzlich in den Motorraum meines Wagens geschaut und festgestellt habe, daß da drinnen sehr viele Geräte eng nebeneinander festgeschraubt sind, die sehr wenig Raum für Interpretationen lassen, wo denn nun der Zugang zur Birne in der Scheinwerferverkapselung sein könnte, habe ich mir einen Notfalltermin bei der Werkstatt meines Vertrauens geben lassen, bevor ich aus Versehen meinen Waschwasserbehälter mit einer Lampe bestücke oder einen unter Hochdruck stehenden Bremsschlauch löse. Toll - ich mag das, wenn eine Woche so beginnt. ... Link |
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